Glossar

 

A

ALOPECIA AREATA: Auch kreisrunder Haarausfall genannt. Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, deren klinisches Erscheinungsbild vollständig kahle Stellen am Schädel darstellt, während die Kopfhaut selbst unversehrt bleibt. Sie ist auf Erblichkeit, psychische oder immunologische Ursachen zurückzuführen. Wenn sämtliche Kopf- und Gesichtshaare betroffen sind, wird von Alopecia Totalis gesprochen und wenn die gesamte Körperbehaarung verloren geht, spricht man von Alopecia Universalis.

ALOPEZIE: Die Haarlosigkeit bezeichnender Fachausdruck. Alopezie kann vorübergehend oder andauernd sein. Sie wird durch Erblichkeit, Krankheiten, Funktionsstörungen oder Verletzungen ausgelöst.

ANAGEN EFFLUVIUM: Das Anagen Effluvium tritt als plötzlicher Haarausfall infolge chemischen oder toxischen Vergiftung oder sogar Bestrahlung, z.B. bei Chemotherapie, auf. Der Haarverlust wird innerhalb 1-3 Wochen beobachtet, nachdem man den vorgenannten Faktoren ausgesetzt worden ist. Im Regelfall wächst das Haar nach, wenn die Ursache behoben worden ist.

ANAGENPHASE: Wachstumsphase. Rund 89% unserer Haare befinden sich in der Anagenphase, die zwischen 2 und 6 Jahren dauert. Die in der Anagenphase befindlichen Haarfollikel sind äußerst aktiv und die Haare wachsen circa 0.035cm pro Tag.

ANDROGENE: Androgene sind Hormone, die beim Mann und in kleinerer Menge auch bei der Frau erzeugt werden. Androgene sind verantwortlich für die Bildung von männlichen Merkmalen. Der hauptsächliche Vertreter der Androgene ist Testosteron. Die jahrelange Wirkung von Androgenen auf die dafür anfälligen Haarfollikel verursacht deren allmähliche Miniaturisierung und führt zur androgenetischen Alopezie, also der häufigsten Haarausfallform bei Männern.

ANDROGENETISCHE ALOPEZIE: Sie ist die häufigste Form des männlichen Haarausfalls und ist verantwortlich für 95% aller Alopeziefallen. Sie betrifft ebenfalls Frauen, allerdings mit einigen Unterschieden beim Verlauf (weibliches Haarausfallmuster). Sie erscheint als die Folge der jahrelangen Wirkung von Androgenen auf die Haarfollikel von Menschen mit erblich-bedingter Veranlagung zum Haarausfall.

D

DHT (DIHYDROTESTOSTERON): Testosteronderivat. Testosteron wird mittels des Enzyms 5-a Reduktase in DHT umgewandelt. Letzteres gilt aufgrund seiner Wirkung auf die darauf sensibel reagierenden Haarfollikel als verantwortlich für die Miniaturisierung der Haare (fortschrittliche Verkleinerung der Haarfollikel, die zur allmählichen Ausdünnung der Haare führt). Der Haarausfall ist die Endphase der Miniaturisierung der Haare.

DONOR DOMINANCE: Dieses Prinzip bildete den Eckstein für die Gründung und weitere Entwicklung der modernen Haartransplantationsmethoden. Gemäß diesem Prinzip behalten die aus dem Spenderbereich entnommenen Haarfollikel ihre genetische Widerstandsfähigkeit gegenüber den Androgenen bei und wachsen zeitlebens nach.

E

EINZELENTNAHME: Siehe FUE.

EMPFÄNGERBEREICH: Das gelichtete Kopfhautareal, worauf die entnommenen follikulären Einheiten während der Haartransplantation versetzt werden.

ESHRS: Das Akronym für die Europäische Gesellschaft der wiederherstellenden Haarchirurgie (European Society of Hair Restoration Surgery), die europäische gemeinnützige Organisation von sich freiwillig zusammengeschlossen Fachchirurgen für das Vorantreiben der wiederherstellenden Haarchirurgie.

F

FOLLIKULÄRE EINHEIT: Die Haare wachsen in natürlich vorkommenden Bündelungen von jeweils 1-4 Haaren, den so genannten follikulären Einheiten. Damit das bestmögliche und natürlichste Ergebnis gesichert wird, basieren alle modernen Haartransplantationstechniken auf die Umverteilung von follikulären Einheiten. Veraltete Methoden dagegen versetzten einzelne Haarfollikel oder Haargrüppchen willkürlicher Größe und führten deshalb zu einem als künstlich aussehenden Ergebnis.

FUE (Follicular Unit Extraction): Einzelentnahme von Follikulären Einheiten. Der Ausdruck bezeichnet die Haarverpflanzungstechnik, wobei die follikulären Einheiten aus dem Spenderbereich einzeln entnommen werden.

FUT (Follicular Unit Transplantation): Transplantation von Follikulären Einheiten durch Streifenentnahme. Der Ausdruck bezeichnet die Haarverpflanzungstechnik, wobei die follikulären Einheiten durch Zergliederung unter hochauflösendem Mikroskop eines aus dem Spenderbereich entnommenen behaarten Streifens herausgenommen werden (Stip-Technik).

H

HAARFOLLIKEL: Die Haare wachsen in natürlich vorkommenden Gruppen, den sogenannten follikulären Einheiten, die jeweils von 1-4 Haarfollikeln bestehen. Die Haarfollikel sind vollständige biologische Strukturen, die sich aus Nervenfasern, Blutgefäßen, Talgdrüsen und dem kleinen Muskel Arrector Pili zusammensetzen. Letzterer sitzt sich an der Wurzelscheide des Haarfollikels an und bei jedem durch Kälte oder Angst bedingten Reiz richtet ihn auf.
Die Haarfollikel sind von bindegewebigem, schützendem Kollagen umfasst und über den gesamten Körper verstreut – mit Ausnahme der Lippen, Handinnenflächen und Fußsohlen.
Jeder Haarfollikel ist Träger einer vorbestimmten genetischen Veranlagung.
Einzelhaare werden auf der Stirnhaargrenze verteilt, während aus 2, 3 oder sogar 4 Haaren bestehende follikuläre Einheiten zunehmend über den Hinterkopf verteilt werden.

HAARFOLLIKELREGENERIERUNG: Die Wissenschaftler haben Tests bei verletzten Mäusen durchgeführt: Sie entnahmen Hautgewebe aus den verletzten Mäusen und mit Hilfe des Proteins Wnt bemerkten sie dass die Zellen der Epidermis Stammzelleneigenschaften aufweisen und Haarfollikel regenerieren.  Die neuen Haarfollikel können Haarschäfte herstellen, die normal nachwachsen und alle Haarzyklusphasen weiter durchlaufen. Dieses Ergebnis hat viele Hoffnungen auf die Therapie von Haarausfall beim Mensch geschöpft, denn Wissenschaftler haben die an der Haarregenerierung beteiligte Gene entziffert.

I

ISHRS: Das Akronym für die Internationale Gesellschaft der wiederherstellenden Haarchirurgie (International Society of Hair Restoration Surgery), die internationale gemeinnützige Organisation von sich freiwillig zusammengeschlossen Fachchirurgen für das Vorantreiben der wiederherstellenden Haarchirurgie.

K

KATAGENPHASE: Rückbildungsphase. Das Katagen ist eine Übergangsphase, die die Haare darauf vorbereitet, in die Telogenphase einzutreten. Sie dauert 2 Wochen im Durchschnitt. Die Haarfollikel schrumpfen, das Haarwachstum wird eingestellt und die Haare schicken sich zum Ausfall an. Etwa 1 bis 2 % der Haare befinden sich in der Katagenphase.

KERATIN: Keratin ist eine Gruppe von Proteinen, die Schwefel enthalten und in der Haarwurzel hergestellt wird. Keratin trägt zur Stärke und Reißfestigkeit des Haarschafts, sowie zur Nägelbildung bei. Das Haar besteht aus Proteinen (65%-95%), Lipiden (1%-9%), Spurenelementen,  Polysacchariden und Wasser. Keratin ist auch in der Haut zu finden.

L

LUDWIG SKALA: Die schematisierte Darstellung der Schweregrade des weiblichen Haarausfallmusters.

M

MEGASITZUNGEN: Haarverpflanzungssessionen, bei denen mehr als 2.500 follikuläre Einheiten versetzt werden.

N

NORWOOD SKALA: Die schematisierte Darstellung der Schweregrade der androgenetischen Alopezie beim Mann.

S

SAISONALER HAARVERLUST: Eine Form von umkehrbarem Haarverlust, der vor allem im Frühling und Herbst auftritt. Er wird durch die jahreszeitlichen Auswirkungen auf die Haarfollikelleistung ausgelöst. Er dauert rund 2 Monate und wenn er anhält, sollte weitere Diagnose gestellt werden.

SPENDERBEREICH: Die Fläche am hinteren und seitlichen Bereich der Kopfhaut wird Spenderbereich genannt, denn die dort befindlichen Haarfollikel werden entnommen und von den Ärzten an den gewünschten Stellen hineingelegt. Die verpflanzten Haarfollikel behalten ihre genetische Widerstandsfähigkeit gegenüber  den Androgenen sogar im von der Haarlichtung befallenen Kopfhautareal und wachsen zeitlebens normal nach.

STREIFENENTNAHME: Siehe FUT.

T

TELOGEN EFFLUVIUM: Telogen Effluvium, das auch Alopecia diffusa genannt wird, ist eine Haarverlustform, welche durch diffusen Ausfall der Haare gekennzeichnet ist. 3 Formen von Telogen Effluvium lassen sich voneinander unterscheiden: akutes, subakutes und chronisches. Die Einstellung des Normalverlaufs des Haarzyklus kann als Folge einer Stoffwechselstörung (Chemotherapie, Schwangerschaft, Pubertät, chirurgischer Eingriff, heftiger Stress und chronische Erkrankungen), eines seelischen Schocks oder eines systemischen körperlichen Anfalls eintreten. Der Haarausfall setzt erst 3 Monate nach dem belastenden Erlebnis ein und kann eventuell sogar 50% der Haare in seltenen Fällen betreffen.

TELOGENPHASE: Ruhephase. Die dritte Phase des Haarzyklus. Sie dauert etwa 100 Tage (3-4 Monate) und betrifft 20% der Haare. Die Haarfollikelaktivität kommt zum Erliegen und die Haare fallen schließlich aus.

TRAKTIONSALOPEZIE: Traktionsalopezie wird vom wiederholten Zupfen der Haare verursacht und normalerweise betrifft Frauen, die bestimmte Frisuren tragen und ihr Haar auf Dauer nach hinten straffen. Die wiederholte Reibung oder dauerhafte Straffung kann wegen der Entzündung der Haarfollikel dem Haar irreversiblen Schaden zufügen. Danach wächst das Haar nicht mehr. In diesem Fall, stellt die Haarverpflanzung eine gute Lösung dar.

TRANSPLANTATION VON FOLLIKULÄREN EINHEITEN: Sie besteht in der Versetzung von follikulären Einheiten aus einem ausreichend behaarten Kopfhautgebiet in gelichteten Kopfhautbereichen. Die Entnahme der follikulären Einheiten und deren Einpflanzung in das von Haarausfall betroffene Areal wirken sich gar nicht auf deren Funktion aus und die Haarfollikel wachsen problemlos ein Leben lang weiter.

TRICHOTILLOMANIE: Trichotillomanie ist eine Form von selbstauferlegter narbiger Alopezie, bei welcher der Patient das zwanghafte Bedürfnis aufweist, seine eigene Haare zu ziehen und auszureißen, indem er seine Haare um den Finger herum wickelt.

W

WEIBLICHES HAARAUSFALLMUSTER: Diese Form von Haarausfall wird klinisch von der Ludwig Skala schematisiert. Frauen werden normalerweise von diffusem Haarausfall betroffen, der besonders ausgeprägt am Schädeldach ist, ohne dass bei ihnen die Stirnhaargrenze beeinträchtigt wird.

Z

ZELLTHERAPIE: Als Zelltherapie wird die Versuchstechnik bezeichnet, die folgende Stufen umfasst:

  • Entfernung der Zellen von den Haarfollikeln
  • In-vitro-Multiplizierung der entfernten Zellen
  • Wiedereinpflanzung der neuen Zellen in die Kopfhaut, damit sie neue Haarfollikel erzeugen.

 

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