Haarausfall: Wann ist er normal und wann gilt er als übermäßig?
Der Haarausfall ist ein völlig normales Phänomen, das wir alle im Alltag beobachten – beim Kämmen, auf dem Kopfkissen oder beim Haarewaschen. Doch wie viel Haarverlust gilt als normal?
Aufgrund des physiologischen Haarzyklus kann eine Person täglich zwischen 50 und 150 Haare verlieren, ohne dass dies ein Hinweis auf übermäßigen Haarausfall ist. Auch wenn diese Zahl zunächst hoch erscheinen mag, ist sie in Wirklichkeit nicht besorgniserregend.
Auf der Kopfhaut befinden sich über 100.000 Haare. Während also einige Haare ausfallen, wachsen andere gleichzeitig nach, ohne dass es zu einem wahrnehmbaren Verlust der Haardichte kommt.
Die Menge der Haare, die wir scheinbar verlieren, hängt auch vom Haartyp und von der Haarstruktur ab. Beispielsweise vermitteln lange oder dichtere Haare oft den Eindruck, dass „mehr Haare ausfallen“, einfach weil jedes einzelne Haar besser sichtbar ist. Dicke, Durchmesser und Volumen der Haare können die Wahrnehmung des Haarverlusts beeinflussen, ohne dass tatsächlich ein übermäßiger Haarausfall vorliegt.


Wann wird Haarausfall besorgniserregend?
Wenn die Haardichte allmählich abnimmt oder die Haare nicht mehr wie früher nachwachsen, kann dies darauf hinweisen, dass der natürliche Haarwachstumszyklus gestört ist.
Ebenso kann Haarausfall, der von Juckreiz, Reizungen, Schmerzen, Schuppenbildung oder kleinen kahlen Stellen begleitet wird, auf eine zugrunde liegende Erkrankung der Kopfhaut hindeuten, die einer medizinischen Abklärung bedarf.
Wenn in den Bereichen, in denen Haare ausfallen, keinerlei neues Haarwachstum zu beobachten ist, handelt es sich möglicherweise nicht um einen einfachen „Haarausfall“, sondern um eine Form der Alopezie.
Es ist außerdem zu beachten, dass sich Haarverlust bei Männern und Frauen unterschiedlich äußert. Bei Männern beginnt die androgenetische Alopezie in der Regel an der frontalen Haarlinie oder am Scheitel, während sie sich bei Frauen diffuser zeigt, mit einer Ausdünnung im gesamten oberen Kopfbereich, ohne dass sich die frontale Haarlinie zurückzieht.
In jedem Fall ist es wichtig, bei übermäßigem und anhaltendem Haarausfall eine medizinische Beurteilung vorzunehmen, um die Ursache zu identifizieren und rechtzeitig eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Ursachen des Haarausfalls
Übermäßiger Haarausfall kann auf viele Faktoren zurückzuführen sein, meist in Kombination miteinander. Die häufigsten Ursachen sind:
- Hormonelle Veränderungen
Veränderungen des Hormonspiegels, etwa nach der Entbindung, während der Menopause oder infolge von Schilddrüsenerkrankungen, können den Lebenszyklus des Haares beeinflussen und einen vorübergehenden Haarausfall verursachen. - Stress, Erkrankungen oder chirurgische Eingriffe
Starker körperlicher oder psychischer Stress kann einen großen Anteil der Haare in die Ruhephase (Telogenphase) überführen, was zu einem plötzlichen, diffusen Haarausfall führt, der in der Regel vorübergehend ist. - Nährstoffmängel
Ein Mangel an Eisen, Proteinen, Zink oder Vitaminen des B-Komplexes kann die Haarwurzel schwächen und das Haarwachstum verlangsamen. - Genetische Veranlagung
Die häufigste Form des Haarausfalls ist die androgenetische Alopezie, die genetisch bedingt ist und sich bei Männern und Frauen in charakteristischen Ausdünnungsmustern zeigt. - Medikamente und hormonelle Therapien
Bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva, Antikoagulanzien oder Therapien gegen Bluthochdruck und hormonelle Störungen, können als Nebenwirkung Haarausfall verursachen. - Ungünstige Haarpflegepraktiken
Der häufige Einsatz von Hitze, chemischen Haarfärbemitteln, straffen Frisuren oder Extensions kann die Haarwurzel schädigen und zu mechanischem Haarausfall (Traktionsalopezie) führen.


