Haarausfall durch Stress – Wie hängen sie zusammen?
Stressbedingter Haarausfall kann auftreten, wenn psychischer Stress die normale Funktion der Haarfollikel beeinträchtigt und dadurch zu vorübergehendem oder in einigen Fällen auch länger anhaltendem Haarausfall führt. In den letzten Jahren hat die wissenschaftliche Literatur den Zusammenhang zwischen Stress und Haarausfall zunehmend bestätigt.
Doch über welche Mechanismen trägt Stress zum Haarausfall bei?


Wie wirkt sich Stress auf die Kopfhaut aus?
Über die klinischen Erscheinungsformen hinaus hat die wissenschaftliche Forschung begonnen, die Mechanismen zu untersuchen, durch die Stress die Struktur und Funktion der Haarfollikel beeinflusst:
- Erhöhte Cortisolspiegel (auch als Stresshormon bekannt), die die Lebensdauer und Aktivität der Zellen der Kopfhaut beeinträchtigen können.
- Beeinträchtigte Mikrozirkulation, wodurch die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen reduziert wird.
- Entzündliche Veränderungen der Kopfhaut, die ein ungünstiges Umfeld für neues Haarwachstum schaffen.
- Neuroendokrine Dysbalancen, die sich indirekt sowohl auf die Haarqualität als auch auf die Wachstumsgeschwindigkeit auswirken.
Studien haben gezeigt, dass eine durch Stress ausgelöste erhöhte Aktivität des Nervensystems die für die Haarerneuerung verantwortlichen Zellen negativ beeinflussen kann, wodurch der natürliche Haarwachstumszyklus verzögert wird.
Formen des stressbedingten Haarausfalls
Auf Grundlage klinischer Beobachtungen und evidenzbasierter Forschung wurden drei Hauptformen des Haarausfalls identifiziert, die mit psychologischen Faktoren in Zusammenhang stehen:
Diffuses telogenes Effluvium
Stress kann den normalen Haarwachstumszyklus stören und dazu führen, dass eine große Anzahl von Haarfollikeln vorzeitig in die Telogenphase (Ruhephase) übergeht. Dies resultiert in einem vermehrten Haarausfall, der typischerweise einige Monate nach dem belastenden Ereignis auftritt.
Trichotillomanie
Eine Zwangsstörung, bei der Betroffene sich wiederholt Haare aus der Kopfhaut oder anderen Körperregionen ausreißen, häufig als Bewältigungsmechanismus zur Reduktion von Stress, Anspannung oder Langeweile.
Alopecia areata (kreisrunde Alopezie)
Eine autoimmune Form des Haarausfalls, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift. Obwohl sie nicht ausschließlich durch Stress verursacht wird, gilt psychischer Stress als mitbeteiligender Faktor, der das Auftreten auslösen oder den Verlauf verschlechtern kann.
Behandlung von Haarausfall
Haarausfall, der mit psychologischen Faktoren zusammenhängt, ist in den meisten Fällen nicht dauerhaft. Durch die Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts und die gezielte Unterstützung der Kopfhautgesundheit kann häufig ein Nachwachsen der Haare sowie die Normalisierung der Haardichte erreicht werden. Die Behandlung basiert auf drei zentralen Säulen:
Stressbewältigung
Die Anwendung von Techniken wie tiefer Atmung, Meditation, körperlicher Aktivität oder psychotherapeutischer Unterstützung kann eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Stressniveaus spielen.
Kopfhautpflege
Die Verwendung milder Shampoos, das Vermeiden übermäßiger Hitzeeinwirkung sowie eine ausreichende Hydratation der Kopfhaut tragen dazu bei, ein gesundes Umfeld für die Haarfollikel zu erhalten.
Medizinische oder trichologische Betreuung
Abhängig von Schweregrad und Muster des Haarausfalls können Behandlungen wie Minoxidil, Mesotherapie, Low-Level-Lichttherapie (Soft-Laser) oder spezialisierte Protokolle zur Haarstärkung empfohlen werden.
